Elizabeth Hart: Red as Royal Blood (Buch)

Elizabeth Hart
Red as Royal Blood
(Red as Royal Blood, 2025)
Übersetzung: Franziska Jaekel
Fischer Sauerländer, 2026, Paperback, 384 Seiten, 16,90 EUR

Rezension von Christel Scheja

Einzelbände sind in der Fantasy selten geworden, meistens verfassen die Autorinnen und Autorinnen heute mindestens Dilogien. Eine dieser Ausnahmen ist „Red as Royal Blood“ aus der Feder der amerikanischen Autorin Elizabeth Hart.


Eine Dienstmagd ist auch oder gerade am königlichen Hof dazu bestimmt, unauffällig zu bleiben und zu gehorchen. Allerdings wünscht sich Ruby endlich eine Herausforderung. Die bekommt sie, als der König überraschend stirbt und ausgerechnet sie zu seiner Nachfolgerin und Erbin bestimmt - obwohl er selbst genügend Kinder hat.

Von nun an lebt Ruby gefährlich, denn der Monarch hat ihr auch noch eine Warnung hinterlassen. Sie soll niemandem trauen und gut auf sich aufpassen. Und richtig - schon bald wird ein Attentat auf sie verübt. Deshalb macht sie sich daran, den wenigen existierenden Hinweisen zu folgen und die Wahrheit herauszufinden.


Natürlich klingt es erst einmal märchenhaft, wenn eine einfache Dienstmagd auf einmal zur Königin ernannt wird und das auch noch vom Hofstaat erst einmal hingenommen wird. Aber schnell findet nicht nur die Heldin heraus, dass mehr hinter der ganzen Sache steckt und sie vielleicht nicht nur eine namenlose Kriegswaise ist.

Elizabeth Hart strickt um diesen Plot eine spannende Young-Adult-Geschichte mit vielen Wendungen und einigen Überraschungen, die es tatsächlich in sich haben.

Natürlich steht Ruby nicht ganz allein da, denn zu der Freundin kommt später auch noch ein unerwarteter Verbündeter dazu. Und nicht zuletzt zeigt sich, dass viele der Geheimnisse tatsächlich in der Vergangenheit ihren Anfang nahmen und enger mit ihr verbunden sind, als sie selbst auch nur vermuten konnte.

Wie man sich denken kann, sind die Verstrickungen nicht allzu komplex und überschaubar, so dass das Geschehen in einem Band abgeschlossen werden kann. Ebenso bleiben die Gewalt und Leidenschaft auf einem jugendfreien Niveau. Durch das alles hat die Handlung aber auch keine Längen und lässt sich flott lesen. Natürlich darf eine romantische Beziehung nicht fehlen, aber die wächst langsam und bleibt auch überwiegend im Hintergrund.

Die Figuren, selbst die Nebencharaktere, sind ansprechend ausgearbeitet und entwickeln sich tatsächlich weiter, auch wenn sie nicht in die Tiefe gehen. Gerade junge Leser werden sich aber gut mit der Heldin und ihrem Umfeld identifizieren können.

„Red as Royal Blood“ entpuppt sich daher als nette und kurzweilige New-Adult-Fantasy für alle Fans von Intrigen vor höfischer Kulisse und den damit verbundenen Abenteuern. Auch die Liebe darf nicht fehlen, bleibt aber angenehm im Hintergrund.