Michael Sagenhorn: Klingen des Zorns - Die Legenden von Avalgaron 1 (Buch)

Michael Sagenhorn
Klingen des Zorns
Die Legenden von Avalgaron 1
2025, Paperback, 376 Seiten, 15,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Michael Sagenhorn arbeitet eigentlich als Software-Entwickler, schreibt aber auch schon seit gut zwanzig Jahren und betreibt einen eigenen Blog für Filmbesprechungen. Mit „Klingen des Zorns“ startet er nun die auf vier Bände konzipierte Saga um „Die Legenden von Avalgaron“.


Kalaira verdankt ihr Überleben nur der Gnade und Freundlichkeit eines menschlichen Zauberers, nachdem ihr eigenes Volk sie zum Sterben zurückgelassen hat. Doch ist dieses Schicksal besser als der Tod? Denn immerhin befinden sich die Menschen schon lange mit dem grausamen Schemm im Krieg.

Der einzige Halt für das Mädchen ist Gunter, der Sohn eines legendären Ritters, doch er verlässt sie für seine Ausbildung. Erst zehn Jahre später sehen sich die beiden unter dunklen Vorzeichen wieder. Denn Gunters Heimat ist gefallen und seine Eltern wurden verschleppt. So machen sich die beiden auf, diese zu retten - aber können sie einander noch trauen?


Ein grausames Eroberer-Volk, das nicht einmal Gnade gegen seine eigenen Leute kennt und sich in Perversionen ergeht, die Menschen und Zwerge, die ihnen Einhalt zu gebieten versuchen - das ist der Stoff, aus dem High Fantasy mit einem düsteren Schuss ist. Dabei scheut sich der Autor nicht, bekannte Klischees zu nutzen, auch wenn er einiges anders benennt. Denn die Schemm erinnern sehr stark an Dunkelelfen und andere schwarzmagische Völker, die einem dunklen Gott folgen. Und auch bei den Menschen und Zwergen muss er nicht viel erklären, die Bilder sind gleich im Kopf.

Die Figuren entsprechen deshalb auch den gängigen Archetypen, selbst die beiden Hauptfiguren machen da keine Ausnahme, so dass man nicht wirklich Anteil an ihrem Schicksal nimmt oder aber deren Verhalten ablehnt.

Die Handlung ist solide aufgebaut, bewegt sich dabei aber auf ausgetretenen Pfaden, die nicht viele Überraschungen bieten; erfahrene Leser werden sicherlich schnell ahnen, in welche Richtung das Ganze geht. Dennoch ist ein gewisser Unterhaltungswert da, so dass immerhin keine Längen aufkommen.

Stilistisch ist die Geschichte allerdings arg holprig, denn es gibt immer wieder in Absätzen, manchmal sogar in Sätzen, Tempiwechsel im Erzählstil, und es wird nicht ersichtlich, ob das Absicht ist oder nicht. Das bringt den Lesenden leider immer wieder aus dem Fluss und hinterlässt den Eindruck, als sei das Werk noch unausgereift.

Alles in allem hinterlässt „Klingen des Zorns einen zwiespältigen Eindruck. Auf der einen Seite bietet die Geschichte auf den ersten Blick actionreiche Unterhaltung mit ein paar netten Ideen, auf der anderen fehlt der Ausführung des Abenteuers stilistisch leider Einiges und die Handlung selbst bedient vor allem gängige Klischees, so dass das Lesevergnügen deutlich getrübt sein könnte.