Alex Finlay: Good Night, Pretty Girl (Buch)

Alex Finlay
Good Night, Pretty Girl
(The Night Shift, 2022)
Übersetzung: Leo Strohm
Goldmann, 2026, Taschenbuch, 400 Seiten, 13,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Hinter dem Pseudonym Alex Finlay versteckt sich ein renommierter Anwalt aus Washington DC, der scheinbar auch Spaß am Schreiben hat. Nach seinem Bestseller „Allein gegen die Lüge“ legt er nun mit „Good Night, Pretty Girl“ einem weiteren Thriller nach.


Zu Silvester 1999 müssen kurz nach Ladenschluss in der Videothek einer verschlafenen Kleinstadt drei Mädchen brutal sterben, nur eines lässt der Täter am Leben und raunt ihm noch eine Botschaft zu.

Fünfzehn Jahre später ereignet sich am gleichen Ort, nur diesmal in einer Eisdiele, ein ähnliches Verbrechen, das die Handschrift desselben Mörders trägt. Dieser Albtraum führt drei Menschen zusammen: die Überlebende des ersten Verbrechens, den Bruder des Hauptverdächtigen und die toughe FBI-Agentin Sarah Keller.


Wie es sich für einen richtigen Thriller gehört, bekommt der Leser erst einmal die Taten geboten, ehe die Geschichte dann auf drei verschiedenen Ebenen erzählt, was die drei Hauptfiguren erleben und wie sie mit den Geschehnissen umgehen, vor allem da zwei von ihnen direkt mit dem ersten Fall zu tun hatten. So erfährt man von den Traumata, die die beiden mit sich herumschleppen, aber ebenso von den Geheimnissen, die noch immer das Leben in der Kleinstadt zu belasten scheinen.

Der Autor verwebt vermutlich eigene Erfahrungen mit Klienten mit seiner Phantasie und knüpft so nach und nach ein interessantes Netz an Verbindungen.
Die Spannung bleibt aus diesem Grund recht hoch und bietet immer wieder neue Überraschungen. Immerhin sieht man die Auflösung so nicht kommen, aber die Verbindung der Figuren zueinander macht das alles wett.

Die Charaktere wirken vielleicht auf den ersten Blick ein wenig archetypisch, erhalten aber mit der Zeit ihre Ecken und Kanten, so dass man mit ihnen fühlen und fiebern kann.

Vielleicht erfindet der Autor das Rad nicht neu, aber er verbindet die verschiedenen Thriller-Elemente zu einem in sich runden und unterhaltsamen Roman, der Lesende am Ende zufrieden zurücklässt, da eigentlich keine Fragen offenbleiben.

„Good Night, Pretty Girl“ ist ein in sich runder und durchweg spannender Thriller mit sauberer Auflösung und abwechslungsreichen Entwicklungen und einer gut nachvollziehbaren Handlung, der von Anfang bis Ende kurzweilig unterhält.