Judith Mohr: Stadt der Sänger und Verschwörer (Buch)

Judith Mohr
Stadt der Sänger und Verschwörer
Stadt der Magier 2
Carlsen, 2026, Hardcover, 448 Seiten, 15,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Mit ihrer Reihe „Stadt der Magier“ bietet Judith Mohr so spannende Jugend-Fantasy, dass der erste Band „Stadt der Magier und Diebe“ für den Seraph 2026 nominiert wurde. Aber es war schon damals klar, dass die Abenteuer von Cor und seinen Freunden weitergehen würden, so dass nun bereits das zweite Abenteuer, „Stadt der Sänger und Verschwörer“, erschienen ist.


Einst war er ein Straßenkind und Dieb, nun gilt er als besonders begabter junger Magier. Cor hätte sich das vermutlich nicht träumen lassen, ist jedoch Jonathan Fossell nun mehr als dankbar für die Entwicklung. Auch seine Freundin Ro hat in dessen Haus Aufnahme gefunden. Aber nun geht die Reise für die beiden Jugendlichen weiter.

Während Cor, nun Cordis, in der Stadt Granadis seine Gabe, Magie mit der Kraft seiner Stimme und der Musik auszuüben, bei einer geeigneteren Lehrmeisterin vertiefen soll, erweist sich Ro, nun Aurora, schon bald als Naturtalent im Umgang mit Heilpflanzen. Und so werden die beiden auch in dieser Stadt schon bald in ein Abenteuer verwickelt.

Denn ist die seltsame Krankheit, die vor allem in den ärmeren Vierteln der Stadt umgeht, wirklich eine? Oder wurde sie von jemandem mit voller Absicht verursacht? Sowohl Cordis als auch Aurora kommen durch ihre Fähigkeiten als Diebe, die sie nicht verlernt haben, schon bald einem düsteren Geheimnis auf die Spur.

Nebenbei müssen sie sich in diesem neuen Haushalt mit der fremden Familie herumschlagen und auch an neue Regeln gewöhnen, was nicht immer einfach ist. Aber sie wissen sehr wohl, was wichtig ist und finden schon bald einen Weg, Konflikte zu lösen und neue Freundschaften aufzubauen.


Das Ganze wird diesmal aus der Sicht von Aurora erzählt, die ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen hat. Dass sie ebenfalls besonders ist, stellt sie bald von sich aus fest und wird so zur tragenden Figur der Handlung. Sie hat es allerdings schwerer als Cordis, Gehör zu finden, weil sie zunächst nur als lästiges und ungebildetes Anhängsel betrachtet wird.

Aber schon bald erkennt sie ihren Wert und das trägt auch das Geschehen, das wie im ersten Band zunächst nur Fragen aufwirft, sich aber schon bald zu einem sehr interessanten Plot verdichtet, der durchaus originell zu nennen ist. Die Spannung bleibt deshalb bis zum Ende sehr hoch, auch wenn sich die Autorin einen hilfreichen Twist erlaubt.

Die Geschichte wird natürlich jugendgerecht erzählt, Gewalt und Grausamkeiten werden zwar erwähnt, aber nicht ausgeführt. Die Handlung setzt in erster Linie auf die weitere Entwicklung der durchweg sympathischen Charaktere und das Thema Freundschaft, auch wenn natürlich erste zarte Gefühle aufkommen dürfen, aber diese stören das Abenteuer nicht.

Auch wenn das Setting sehr stark an die frühe irdische Neuzeit angelehnt ist, stört das nicht sonderlich, sondern erlaubt Autorin und Lesenden, sich stärker auf das Geschehen zu konzentrieren und diesem den entsprechenden Raum zu geben.

„Stadt der Sänger und Verschwörer“ setzt die Geschichte gelungen fort. Durch den Wechsel der Hauptfigur gibt es frischen Wind in der Handlung und interessante Entwicklungen. Denn obwohl Cor wichtig bleibt, so darf sich Ro nun ebenfalls sehr interessant weiterentwickeln und das in einer spannenden Geschichte, die ebenfalls auf ein spannendes Fantasy-Abenteuer mit Krimi-Vibes setzt, denn die Ermittlungen der beiden wachsamen jungen Helden bringen auch in dieser Stadt wieder fiese Verschwörungen ans Licht und sorgt dafür, dass sie sich interessant weiterentwickeln.