Madeline Taylor: Heir of Illusion (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 30. Januar 2026 15:49

Madeline Taylor
Heir of Illusion
(Heir of Illusion, 2025)
Übersetzung: Julia Schwenk
dtv, 2025, Hardcover, 560 Seiten, 26,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Im Original veröffentlichte Madeline Taylor ihren Roman im Selbstverlag, was ihr natürlich erlaubte, die Geschichte zu verfassen, die ihr am Herzen lag, abseits von Verlagsvorgaben. Und so bietet „Heir of Illusions“ vor allem eines: Romantasy, die sich erlaubt, Erwartungen zu erfüllen, diese aber auch zu brechen.
Ivy Pomeroy will eigentlich nur eines: den Halsring loswerden, der sie an den grausamen König Baylor bindet, der sie mehr oder weniger als Assassine benutzt. Sie mag große Fähigkeiten haben als „Phantom“, aber keine ist mächtig genug, um das Artefakt zu zerbrechen.
Die Chance hätte sie nur durch ein magisches Schwert. Aber hinter diesem ist offensichtlich auch der geheimnisvolle Seelenfänger Thorne her, der schon bald immer wieder ihre Wege kreuzt und von ihr fasziniert ist, was schon bald auch auf Gegenliebe trifft. Auch wenn Ivy in ihm eine Gefahr sieht.
Auf den ersten Blick bietet der Roman natürlich alles, was das Herz eines Romantasy-Fans erfreut: Eine starke Heldin, die sich ihrer Kräfte noch nicht ganz bewusst ist, einen schurkischen und grausamen Gegenspieler und nicht zuletzt den geheimnisvollen Fremden mit Bad-Boy-Attitüde.
Umgeben von Hof-Intrigen umkreisen die drei sich eine ganze Weile, während sich die Autorin die Zeit nimmt, den Hintergrund so weit aufzubauen, dass man tiefer in die Welt und ihre Magie eintauchen kann. Nach und nach lernt man natürlich auch die Figuren besser kennen und erfährt, welchen Antrieb sie haben.
Die Autorin nutzt dabei viele bekannte Klischees, bricht aber auch immer wieder aus den Erwartungen aus, die man an die Geschichte entwickelt, und erhöht so nach einer eher ruhigen ersten Hälfte tatsächlich deutlich die Spannung.
Die Figuren mögen auf den ersten Blick ebenfalls archetypisch wirken, entwickeln sich aber ebenfalls weiter und werden facettenreicher. Das Einzige, was gelegentlich aufstößt ist, dass die Heldin gerade am Anfang viel schwächer als sie müsste, daherkommt und mehr als einmal von ihren Love Interest gerettet werden muss, ehe sie langsam selbst aktiver wird.
Und auch wenn immer wieder leidenschaftliche Gefühle mitschwingen, so bleiben diese doch lange im Hintergrund, was dem Geschehen zugutekommt.
Das Ende wirkt in sich geschlossen, lässt aber ziemlich viele Fäden offen, so dass eine Fortsetzung zu erwarten ist - nur wann diese erscheint ist offen, da auch noch keine angekündigt ist.
Der Verlag hat sich aber auch nicht lumpen lassen und präsentierte die Erstauflage mit Farbschnitt und Charakter-Karte.
„Heir of Illusions“ ist Romantasy, die mehr als nur Liebesgeflüster oder intime Momente bietet. Es werden immer noch genügend Erwartungen in dieser Hinsicht erfüllt, aber immerhin kommen auch Abenteuer und Hintergrund nicht zu kurz, denn die Ideen der Autorin sorgen auch gelegentlich für nette Überraschungen.