Rachel Schneider: Metal Slinger - Dunkle Verheißung (Buch)

Rachel Schneider
Metal Slinger - Dunkle Verheißung
Fire & Metal 1
(Metal Slinger, 2025)
Übersetzung: Kerstin Fricke
Heyne, 2026, Hardcover, 508 Seiten, 24.00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Erscheint ein Roman in edler Aufmachung, gerade in der ersten Auflage, kann man heute meistens davon ausgehen, dass es sich um eine weitere romantische Geschichte handelt. Und das ist auch bei „Metal Slinger“ wieder der Fall, auch wenn sich die Autorin Rachel Schneider bemüht, in ihrer Reihe „Fire & Metal“ mehr zu bieten als Liebesgeflüster. Heyne präsentiert das Buch in der ersten Auflage mit Charakterkarte und kupfermetallischem Farbschnitt.

 

Obwohl sie nur ein Straßenkind war, durfte Brynn an der Ausbildung zur Wächterin teilnehmen. Nun steht sie mit ihrer Kohorte kurz vor der Abschlussprüfung. Und zu Ermutigung dürfen die jungen Leute erstmals an Land, wenn auch nur kurz.

Denn zwischen den Landleuten, den Kenta, und den Alaha, die in schwimmenden Städten leben, bestehen Spannungen. Leider ist es Brynn, die den brüchigen Frieden aufs Spiel setzt. Muss sie dafür geradestehen oder passiert etwas, mit dem keiner gerechnet hat?


Zunächst scheint alles klar zu sein. Die Mitglieder einer normalerweise auf dem Meer lebenden und seefahrenden Nation besuchen den Markt einer Hafenstadt. Doch da passiert etwas, was Brynns Leben vollkommen auf den Kopf stellen wird.

Dachte sie in einem Moment noch, dass sie an der Seite ihres Freundes Kai als Wächterin dienen würde, so wird sie im nächsten zu einer Ausgestoßenen und Flüchtigen. Denn in ihr erwacht Magie, die sie eigentlich nicht besitzen dürfte… und das schreckt so einige Leute auf.

Die Autorin bedient hier natürlich wieder so einige Klischees des Genres. Da ist die Heldin, in der natürlich wieder mehr steckt als gedacht, die Männer, die sie umkreisen - ob nun in guter oder schlechter Absicht - und nicht zuletzt die Gefahren, die durch ihre unberechenbaren Kräfte entstehen. Und natürlich erwachen auch noch lange verschüttete Erinnerungen.

Immerhin erlaubt sich die Autorin, die beiden Kulturen etwas auszubauen und als ganz unterschiedliche Welten zu beschreiben. Allerdings geht sie dabei nicht sonderlich in die Tiefe, nur so weit wie es nötig ist. Denn ihr Hauptaugenmerk liegt auf den Figuren rund um Brynn, die alle so ihre Geheimnisse haben, die Magie, die recht interessante Formen annimmt, und die Spannungen, die bewusst durch Intrigen geschürt werden.

Die Handlung ist solide aufgebaut, wenngleich sie leider im Mittelteil ihre Längen hat, weil zu lange nur sehr wenig passiert. Erst zum Ende hin zieht die Spannung wieder an und endet natürlich wieder einmal in einem Cliffhanger.

Die Charaktere sind immerhin vielschichtiger, als man im ersten Moment denkt, auch ein paar der Nebenfiguren entwickeln sich in eine interessante Richtung weiter. Allerdings könnte der Genre-Fan enttäuscht sein, da die Welt mit ihren Kulturen leider wieder einmal viel zu wenig Liebe erhält.

„Metal Slinger - Dunkle Verheißung“ ist der solide Auftakt der „Fire & Metal“-Reihe. Allerdings kommt die Geschichte im Bereich der Fantasy leider nicht über interessante Ansätze hinaus und richtet sich mehr an die Leser romantischer Geschichten, die es mögen, wenn sich alles etwas langsamer entwickelt.