V. L. Bovalino: The Second Death of Locke (Buch)

V. L. Bovalino
The Second Death of Locke
The Hand and the Heart 1
(The Second Death of Locke, 2025)
Übersetzung: Diana Bürgel & Julian Müller
Piper, 2025, Hardcover, 560 Seiten, 24,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Eigentlich stammt V. L. Bovalino aus Pittsburgh in den USA, lebt aber heute mit ihrem Mann in Großbritannien. Sie schreibt Horror und Fantasy. „The Second Death of Locke“ ist das erste Buch auf Deutsch und der Start der „The Hand and the Heart“-Reihe.


Die Magie ist so gut wie aus der Welt verschwunden. Um überhaupt noch welche einzusetzen ist es zwingend erforderlich, dass sich zwei Menschen zusammentun - ein Magier und eine Quelle. Ersterer wendet die Magie an, während der andere die noch vorhandenen Magiestränge findet.

Ein solches Team sind Kier und Grey Flynn. Letzterer ist ein Soldat und Magier, sie seine Heilerin und Beschützerin. Gemeinsam sind sie schon durch so viele Schwierigkeiten gegangen, dass sie alles füreinander tun würden.

Die Situation spitzt sich zu, als eine feindliche Nation die wiedergefundene Erbin der Insel von Locke für seine Zwecke ausnutzen und einsetzen will und mit Zerstörungen beginnt. Allerdings hütet Grey ein Geheimnis, das all das in Frage stellt und sie zudem in tödliche Gefahr bringt.


Der Roman unterscheidet sich gleich mehrfach von all den anderen Geschichten, die derzeit unter dem Label Fantasy auf dem Markt erscheinen, denn die Autorin legt wesentlich mehr Wert auf den Hintergrund und die Entwicklung der Figuren als auf die Liebesgeschichte, obwohl die ein wichtiger Faktor für die Handlung bleibt.

Tatsächlich nimmt sie sich die Zeit, eine stimmige Atmosphäre aufzubauen und aus dem Setting mehr als nur Staffage zu machen, denn man erfährt Einiges über die Welt, ihre Magie und mächtigen Wesen, aber auch die politische Lage. Zudem sind die Figuren schon etwas älter und in ihre Rollen hineingewachsen, auch wenn es noch Entwicklungspotential gibt, gerade wenn man sich Grey ansieht, die sich in diesem Buch ihrer Vergangenheit stellen muss.

Die Beziehung der beiden fußt auf Vertrauen und nicht auf Leidenschaft, sie haben auch eine ganze Reihe von Gefährten, die ebenfalls eine eigene Persönlichkeit bekommen. So entsteht ein rundes Bild mit vielen Nuancen, das auch den Genre-Fan in den Bann schlagen kann, da es viel zu entdecken gibt. Und nicht zuletzt gibt es immer wieder fiese kleine Wendungen, die die Handlung in eine neue Richtung bringen und so auch die Spannung auf einem hohen Niveau halten. Das Ende ist ausgesprochen rund und angenehm in sich geschlossen, so dass sich die Fortsetzung vermutlich anderen Figuren zuwenden wird.

Daher ist „The Second Death of Locke“ wirklich Fantasy, in der alles zusammenpasst: Hintergrund und Figuren bleiben interessant und facettenreich, das Abenteuer bietet immer wieder neue Überraschungen und ist so durchweg spannend, während sich die Beziehung zwischen den Charakteren natürlich und glaubwürdig entwickelt und mehr auf Vertrauen als Leidenschaft setzt.