Lina Rather: Schwestern des ewigen Schwarz - Unsere liebe Frau der unendlichen Welten 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 31. März 2022 10:57

Lina Rather
Schwestern des ewigen Schwarz
Unsere liebe Frau der unendlichen Welten 1
(Sisters of the Vast Black (Our Ladys of Endless Worlds), 2019)
Übersetzung: Claudia Kern
Panini, 2022, Paperback, 160 Seiten, 14,00 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Christel Scheja
Lina Rather ist eine Autorin, die sich bisher nur mit einigen preisgekrönten Kurzgeschichten einen Namen machte, nun aber mit „Schwester des ewigen Schwarz“ ihr Roman-Debüt und den Auftakt zur Reihe „ Unsere liebe Frau der unendlichen Welten“ präsentiert.
Vor vielen Jahren entsandte der Vatikan Ordensschwestern wie die aus der Gemeinschaft der Heiligen Rita, um den Kolonisten der inzwischen weit verstreuten Menschheit Beistand zu leisten. Eine dieser Gruppen, die auf einem lebendigen Schiff durch das Weltall reist, erhält nicht nur den Notruf einer weit entfernten Kolonie, sie muss sich auch noch mit einer Unheil verkündenden Nachricht von der Erde auseinander setzen, was ihnen ganz und gar nicht gefällt.
Es ist schon eine gewagte und eigenwillige Idee, das Leben von Ordensschwestern ins All zu verlegen und sich ganz auf das Leben dieser Frauengemeinschaft zu konzentrieren, die zwar durchaus die Ideale des Christentums lebt, aber auch einen ganz eigenen Weg geht und es gar nicht mag, wenn dem freien Willen jetzt ein Riegel vorgeschoben wird. Denn es wird bereits angedeutet, dass der Kirche auf der Erde der Wildwuchs im All nicht mehr passt und dem einen Riegel vorgeschoben werden soll. Davon ist im ersten Band allerdings noch nicht viel zu spüren, denn die Autorin stellt erst einmal ihr Universum genauer vor.
Allerdings konzentriert sie sich dabei eher auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Dynamik innerhalb der Schwesternschaft und den Umgang mit den Schutzbefohlenen auf verschiedenen Welten. Das liest sich recht episodenhaft und bleibt eher ruhig, erst zum Ende hin gibt es etwas mehr Action, die aber leider nicht so ganz zu passen scheint. Alles in allem fällt auf, dass die Autorin den Hintergrund und auch die Technik nur anreißt, aber sich zu wenig Zeit nimmt, um das Szenario plastischer zu machen. So agieren die Figuren fast schon im luftleeren Raum und die sich anbahnenden Konflikte bleiben eher blass.
„Schwestern des ewigen Schwarz“ hat seine spannenden Momente und wartet mit interessanten Ideen auf, der Autorin gelingt es aber nicht, diese wirklich gekonnt auszubauen und dem Hintergrund das dazu passende Leben zu verleihen. So wird viel Potential verschenkt, die Geschichte bleibt eher oberflächlich.