Brandon Sanderson: Der Ruf der Sterne - Skyward 1 (Buch)

Brandon Sanderson
Der Ruf der Sterne
Skyward 1
(Skyward, 2018)
Übersetzung: Oliver Plaschka
Knaur, 2021, Paperback, 574 Seiten, 16,99 EUR (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Carsten Kuhr

Der Krieg gegen die Krell tobt schon lange. Einst dachte die Menschheit, man sei alleine im Universum, breitete sich in der Galaxis aus, besiedelte Planeten, gründete Kolonien. Das ist lange her. Man traf auf die Krell, eine Rasse, die anscheinend nichts Besseres zu tun weiß, als Jagd auf Menschen zu machen. Die Piloten an Bord ihrer Jäger stehen dabei immer in vorderster Front gegen den Aggressor.

Vor 85 Jahren stürzte eine bedrängte Flotte menschlicher Schiffe auf dem lebensfeindlichen und kargen Planeten Detrius ab. Die Überlebenden verstecken sich seither in tiefen Minenschächten, Katakomben und Höhlen. Eine kleine, elitäre Gruppe Kampfpiloten sorgt für die Sicherheit der Kolonie.

Die siebzehnjährige Spensa hat es nicht einfach. Ihr Vater, ein einst angesehener Pilot, soll vor zehn Jahren vor dem Feind geflohen und gestorben sein - ein Feigling. Dabei träumt Spensa von nichts anderem, als Pilotin zu werden und die Kolonie zu schützen. Zusammen mit ihrem einzigen Freund - die meisten ihrer Mitschüler schneiden und mobben sie - bereitet sie sich auf die Prüfung für die Zulassung zur Ausbildung als Pilotin vor. Am Vorabend der Prüfung erfährt sie, dass sie, ganz egal wie sie abschneidet, aufgrund ihres Vaters nie zur Ausbildung zugelassen wird. Die Admiralin hat entschieden: Bei der Müllabfuhr sind ja auch noch Ausbildungsplätze frei.

Nur dem Eingreifen des einstigen Wingmans ihres Vaters verdankt sie, dass sie allen Widerständen zum Trotz, die Fliegerschule besuchen darf. Dass ihr das Fliegen nicht wirklich im Blut liegt, merkt sie gleich bei der ersten Stunde im Simulator. Doch aufgeben kann und will sie nicht, allen Widerständen zum Trotz

Als die Krell die Kolonie angreifen, müssen plötzlich auch die Kadetten in den Weltraum - ihr Traum wird wahr. Nur, dass sie sich gleich mit ihrem Vorgesetzten anlegt, ist nicht wirklich geschickt…


Brandon Sanderson hat in seiner Karriere immer wieder einmal Stoffe für ein jüngeres Publikum verfasst. „Der Rithmatist“ oder die leider nicht beendete Reihe um Alcatraz (beides Heyne) sind hier zu nennen. In die Herzen seiner Leser aber hat er sich mit seinen „Sturmlicht-Chroniken“ (Piper und Heyne) geschrieben. Nun also ein neuer Verlag und eine neue Young-Adult-Trilogie.

Inhaltlich hat der Autor versucht; die alte Geschichte „Junger Held trifft auf mächtigen Drachen“ in eine technisierte Zukunft übertragen. Es geht um eine junge Protagonistin, die ausgegrenzt und bedrängt von ihren Mitschülern aber auch den Honoratioren um sie herum, ihren Weg sucht und findet. Dabei fließen jede Menge Reminiszenzen an bekannte Kino-Blockbuster mit ein; „Top Gun“, „Star Wars“ etc. lassen grüßen.

Inhaltlich betritt Sanderson hier nicht unbedingt Neuland. Zuletzt konnten wir bei Jay Kristoffs „Aurora erwacht“ (Sauerländer) Entsprechendes lesen.

So bleibt die Ausgestaltung des Plots doch weitgehend innerhalb der erwarteten Grenzen. Vieles kann der erfahrene Leser vorhersehen; die Handlung bietet sich zwar nett und flüssig zu lesen an- auch durchaus spannend -, es fehlt dem Plot aber ein wenig das Besondere. Erst zum Finale hin beginnt der Verfasser uns, in Vorbereitung des zweiten Teils, ein wenig mehr über Hintergründe und Zusammenhänge zu offenbaren, wird es ein klein wenig komplexer und damit interessanter.

Für mich bot das Buch zwar kurzweilige Unterhaltung, konnte aber leider an die Konkurrenten nicht herausreichen.