Falk 9: Grafschaft der Angst, Melanie Brosowski (Buch)

Falk 9
Grafschaft der Angst
Melanie Brosowski
Titelbild: Hansrudi Wäscher
VPH, 2021, Hardcover, 212 Seiten, 39,90 EUR (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Carsten Kuhr

Sie waren auf dem Weg gen Morgenland, der Heimat des etwas rundlichen Ritters Bongo della Rocca. Waren, da es unseren Recken Falk, seines Zeichens einer der schlagkräftigsten Ritter des Abendlandes, gen Norden in seine Heimat zieht.

Auf ihrem Weg zurück haben sie schon einige Fährnisse überwinden, Gegner ausschalten und tödliche Gefahren überstehen müssen.

Dieses Mal ahnen sie zunächst nicht, dass ihnen neues Ungemach droht. Eine verfallene Burgruine beherbergt nicht nur dressierte Riesenadler, sondern auch etwas Mysteriöses: einen Vampir, der die Grafschaft bedroht und ausraubt. Auch unsere beiden Ritter geraten in sein Visier - sie werden gefangengesetzt, verleumdet und an einem Turm aufgehängt.

Kaum sind diese Gefahren überstanden, werden sie von einer maskierten Bande überfallen und gefesselt der Gnade eines wilden Bären ausgesetzt…


Melanie Brosowski hat sich im vorletzten Band der Original-Wäscher-Falk-Abenteuer siebzehn der Comic-Veröffentlichungen angenommen und die Handlung dieser in ein Roman-Konzept übertragen.

Herausgekommen ist dabei ein unterhaltsamer, spannender Plot, der dem Fan die typischen Versatzstücke eines Ritter-Romans à la Hansrudi Wäschers par excellence präsentiert. Wie üblich und gewohnt werden unsere Helden Opfer finsterer Machenschaften und Pläne. Sie geraten in tödliche Gefahr, aus der sie sich nur mühsam befreien können - um anschließend die Bösen zu entlarven und ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Das ist vom Aufbau wie der Ausführung her bekannt, ja austauschbar, bietet dem Leser aber eben genau das, was er in den Romanen sucht: packende Ritter-Abenteuer satt.

Ich muss zugeben, dass ich spät zu den Werken Wäschers gekommen bin. Als junger Leser habe ich die Publikationen über die einschlägigen Periodika, wie das Magazin von Transgalaxis Nachrichten zwar am Rande wahrgenommen - da mich die bunten Bildchen aber nicht so sehr in ihren Bann zogen wie die geordneten Buchstaben, wendete ich mich den Heften und Büchern zu.

Das besondere Flair der Werke Wäschers, sein ganz eigener Stil in der Umsetzung seiner jeweiligen Handlung, aber auch die vielen Ideen, die er in eben diese einfließen ließ, entgingen mir damals. Dies hole ich nun über die Lektüre der jeweils auf 99 Exemplare limitierten Roman-Umsetzungen nach. Anders, als für Viele ist es bei mir also kein Wiedersehen mit der Lektüre der Jugend, sondern eine erste Begegnung - und die ist durchgängig spannend und faszinierend