Paradox - Kill Zone Bangkok (BD)

Paradox - Kill Zone Bangkok
Hongkong 2017. Regie: Wilson Yip, mit Louis Koo, Ka Tung Lam, Tony Jaa u.a.

Rezension von Elmar Huber

Die Tochter des verwitweten Hongkong-Cops Lee Chung Chi (Louis Koo) besucht eine Freundin in Thailand, wo sie von einem Organhändler-Ring entführt wird. Kurzerhand setzt sich Lee ins Flugzeug nach Pattaya, um die Ermittlungen der örtlichen Kollegen (Yue Wu, Tony Jaa) zu unterstützen. Nach einigen Fehlschlägen bekommt Lee den Tipp, dass es sich beim Entführer seiner Tochter um einen Polizisten handelt. Dieser Spur folgend kommt er der Verbrecher-Gang auf die Spur, die politischen Schutz aus den höchsten Kreisen geniest. Denn ausgerechnet der Bürgermeister von Pattaya benötigt kurz vor seiner Wiederwahl ein Spenderherz.

 

Grundsätzlich bietet „Paradox - Kill Zone Bangkok“ (allerdings spielt der Film im Pattaya) natürlich ‚nur‘ eine weitere Variante der „Taken“-Filme mit Liam Neeson. Dennoch hat der Film genug eigenständige Elemente, um sich nicht dem Vorwurf des schnöden Abkupferns aussetzen zu müssen.

Von Anfang an wird hier eine sehr emotionale Schiene gefahren. Der Grund für Töchterchens ‚Flucht‘ nach Thailand ist nämlich die Tatsache, dass ihr Vater ihren Verlobten (und Vater seines Enkelkinds) wegen Unzucht mit Minderjährigen verhaftet hat. Es herrscht also mehr als dicke Luft zwischen Vater und Tochter, als diese verschwindet.

Die Kollegen vor Ort zeigen sich Lee gegenüber sympathisch und hilfsbereit, doch die Ermittlungen bleiben zunächst ergebnislos. Erst der Tipp einer Prostituierten bringt Lee auf die richtige Spur. Parallel bekommt man mit, dass der Bürgermeister der Stadt vor seiner Wiederwahl steht, derzeit aber aufgrund eines Herzleidens kaum in der körperlichen Verfassung ist, eine weitere Amtszeit anzutreten.

Ohne dies explizit zu zeigen oder zu erwähnen, entwickelt sich langsam ein Bild und man ahnt, dass Lees Tochter als unfreiwillige Organspenderin vorgesehen ist. Überraschenderweise wird komplett darauf verzichtet, das Mädchen in den Händen ihrer Entführer zu zeigen, wie man es aus US-Filmen kennt. Auch eine interessante Andeutung, dass der Polizist Tak (Tony Jaa) über das zweite Gesicht verfügt, wird nicht weiter verfolgt.

Eine zweite Spannungsebene bekommt der Film, als der leitende Beamte Chui Kip plötzlich Druck von oben bekommt, den Fall zu den Akten zu legen. Der Polizeipräsident ist sein Schwiegervater und außerdem freundschaftlich mit dem Bürgermeister verbunden. Ein derart mächtiger Mann auf der ‚richtigen‘ Seite des Gesetzes kann natürlich noch ganz andere Räder drehen als ein Verbrecherring. Doch wie es das Genre vorgibt, lässt sich Lee natürlich nicht aufhalten und fräst sich durch die Reihen seiner Gegner bis an die Spitze der Befehlskette.

Mit Wilson Yip sitzt ein Profi auf dem Regiestuhl, der schon die „IP-Man“-Trilogie verantwortete, und auch vor der Kamera gibt es keine Schwächen zu vermelden. Man kann sich also auf einen knackigen Action-Abend freuen und hat ein sehenswertes Ergänzungsprogramm zur üblichen US-Ware im Player.


DVD-Facts:
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: deutsch dts 5.1, kantonesisch dts 5.1
Untertitel: deutsch

DVD-Extras:
Making-of