Homo Sapiens 404 Band 4: Die Eroberer, Claudia Kern (Buch)

Homo Sapiens 404 Band 4
Die Eroberer
Claudia Kern
Titelbild von Martin Frei
Cross Cult, 2015, Taschenbuch, 474 Seiten, 16,00 EUR, ISBN 978-3-86425-796-4 (auch als einzelne eBooks erhältich)

Von Christel Scheja

Mit dem vierten und letzten Sammelband sind nun auch die letzten  Teile der „Homo Sapiens 404“-Reihe von Claudia Kern nicht mehr nur als eBook, sondern endlich auch in Printform erhältlich. „Die Eroberer“ enthält die Episoden 19 bis 24 und damit auch den Abschluss der Saga.

 

Die Menschheit hat einen hohen Preis dafür bezahlt, dass Außerirdische ihnen den Sprung zu den Sternen ermöglichten. Denn ein nicht unerheblicher Teil der Menschheit hat sich durch einen fremdartigen Virus in Zombies verwandelt, die auch nach dem Tod keine Ruhe finden. Nur eine kleine Schar von Menschen hat noch die Kraft, herauszufinden, was eigentlich passiert ist und daran zu arbeiten, dass die „Jockeys“ nicht nur die Sprungtore geschlossen halten, sondern auch etwas dafür tun, die Menschheit zu retten. Nun sind einige von ihnen auf die Erde zurückgekehrt und stellen sich einem schier aussichtslosen Unterfangen. Denn einige wie Auckland haben auch noch Feinde wie den Albaner, der Sidney mit Hilfe unzähliger Gen-Soldaten unter die Knute seines strengen Regimes gezwungen hat.

Kipling muss feststellen, dass seine Pläne nicht wirklich so aufgehen wie sie sollten und er dadurch sein größter Feind werden könnte. Zudem beleuchten andere Schauplätze wie die Gegend in der sich Lanzo bewegt die Hoffnungslosigkeit, die sich inzwischen breit gemacht hat. Wird die Menschheit, auch wenn der Virus besiegt werden kann, überhaupt noch eine Zukunft haben können, so wie sich die Lebenden jetzt benehmen? Sind manchmal nicht sogar die Zombies die besseren Erdbewohner?


Claudia Kern bleibt sich auch in den letzten Episoden der Geschichte treu. Noch immer wechseln sich Rückblenden mit der Gegenwart ab, um verständlich zu machen, was gerade eigentlich passiert.

Inzwischen bewegt sie sich nun mehr auf der Erde und gestaltet das Endzeit-Szenario so, wie man es erwartet: Entvölkerte Städte, in denen Zombies herumirren und die wenigen Überlebenden in die Enge treiben, abgeschlossene Gesellschaften, die längst jede Menschlichkeit überlebt haben und Personen, die in ihrem Größenwahn glauben, aus der Situation Profit schlagen zu können. Nach und nach werden aber auch die einzelnen Fäden zusammengeführt. Die Helden haben es immerhin geschafft, die für den Virus Verantwortlichen zur Rede zu stellen und zum Umdenken zu bewegen. Aber noch liegt Einiges im Argen auf und um die Erde herum, so dass die Rettung zwar in Sicht ist, der Weg dahin aber lang sein kann.

Die Geschichte nutzt viele Einzelschicksale, um ein möglichst lebendiges Bild der Welt zu schaffen und Elemente der Science Fiction mit denen des Horrors zu einem runden Bild zusammen zu fügen. Die Handlung mag zwar stellenweise vorhersehbar sein, die Stimmung, die dem Leser entgegenschlägt, ist aber einzigartig und das, was die Saga ausmacht, Auch das Ende kann sich sehen lassen, wird doch alles Wichtige glaubwürdig zusammengeführt.

Mit „Die Eroberer“ führt Claudia Kern ihre Reihe „Homo Sapiens 404“ zu einem soliden Höhepunkt und nachvollziehbaren Abschluss, der wie immer den Lesern gefallen dürfte, die nicht nur SF-Action und Aliens mögen, sondern auch horrorlastige Endzeitstimmung mit Zombies und einem guten Schuss aus Genre-Zitaten.