Star Trek New Frontier 15: Vermisst, Peter David (Buch)

Star Trek New Frontier 15
Vermisst
Peter David
(Star Trek - New Frontier: Missing in Action, 2006)
Übersetzung: Helga Parmiter
Titelbild: Martin Frei
Cross Cult, 2017, Taschenbuch, 408 Seiten, 15,00 EUR, ISBN 978-3-95981-200-9 (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Christel Scheja

„New Frontier“ ist die „Star Trek“-Romanserie, die zwar in der gleichen Zeit wie „Next Generation“, spielt, aber ganz neue Helden in den Mittelpunkt stellt, auch wenn immer wieder aus dem Fernsehen bekannte Figuren ihren Auftritt haben und teilweise sogar feste Plätze in der Crew und ihrem Umfeld bekommen, so wie Elizabeth Shelby, die in den ersten Borg-Folgen eine wichtige Rolle spielte.

 

Schon eine geraume Zeit ist die „U.S.S. Excalibur“ verschwunden, so dass die Verantwortlichen beschließen Captain Makenzie Calhoun und seine Leute als „Missing in Action“ und damit mehr oder weniger als tot zu erklären, was auch bedeutet, das sämtliche Such- und Rettungsaktionen eingestellt werden.

Das ärgert Admiral Shelby, die ihren Mann und ihre Freunde nicht als verloren sehen möchte und auch nicht einsieht, einfach so klein beizugeben, hat sie doch eine Ahnung in was für einer Anomalie die „Excalibur“ verschwunden sein könnte. Allerdings ist ihr auch klar, das eigenmächtige Maßnahmen große Schwierigkeiten für sie und ihre Verbündeten bringen kann, zumal sie dabei auch in einen Sektor eindringen müssen, der für die Sternenflotte eigentlich gesperrt ist. Aber sie haben auch noch andere Gründe, um in das thallionische Reich einzudringen.

Derweil müssen sich Calhoun und seine Freunde durch ein gänzlich fremdes Universum kämpfen und machen dabei eine ziemlich unangenehme Entdeckung. Vor allem wissen sie nicht, wem sie dort trauen können…


„Vermisst“ ist eigentlich die direkte Fortsetzung von „Neue Zeiten“ und schreibt die Ereignisse fort, die dort ihren Anfang nahmen. Daher ist es wichtig, das Buch auch zu kennen, sonst versteht man die Hälfte der Handlungsstränge nicht.

Denn wie immer sind die Helden des Romans über den Quadranten verteilt - und auch wenn sie irgendwie zusammenkommen, so haben sie doch ihre eigenen Probleme zu bewältigen, sei es Soleta, die immer noch mit ihrem vulkanisch-romulanischen Erbe hadert, die Crew der „Excalibur“, die in einem seltsamen Taschenuniversum festsitzt, in dem die physikalischen Gesetze etwas anders sind, oder Admiral Shelby, die sich mit ihren Freunden nicht nur gegen die Befehle der Sternenflotte stellt, sondern auch noch in die Intrigen des thallionischen Reiches verwickelt werden.

Wie immer jongliert Peter David sehr geübt mit seinen Figuren, da er sie bereits in- und auswendig kennt. Da auch der Leser weiß, wie sie meistens reagieren, sind viele ihrer Handlungen vorhersehbar, wenn auch nicht alle. Die Spannung bleibt dennoch moderat, da sich das Geschehen wieder auf viele Einzelschicksale aufsplittert, die sich letztendlich zwar zu einem Gesamtbild zusammenfügen, sich leider aber auch oft bekannter Muster bedienen. Alles in allem bietet der Roman aber den üblichen Mix, den Leser vermutlich bei diesen Romanen schätzen zu schätzen wissen: Action, Beschreibungen und Schicksale in einem
angemessenen Mix.

Ohne die Kenntnis von „Neue Zeiten“ wird man in „Vermisst“ wohl nur die Hälfte verstehen, aber besteht dieses Manko nicht, so bietet der Roman doch die übliche Kost, die viele „Star Trek“- Fans schätzen werden. Und damit auch weitere solide Abenteuer der „Excalibur“-Crew.